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17.12.2015 18:06

Die Zitadelle von Hanoi


Nachdem die Vietnamesen im Jahr 938 die brutale Kolonialherrschaft Chinas abgeschüttelt hatten, folgte über einige Jahrzehnte eine unruhige Zeit mit Machtwechseln und internen Kämpfen. Erst der ehemalige Mönch Ly Thai To konnte 1009 die relativ stabile Ly-Dynastie errichten. Dazu verlegte er seine Hauptstadt an einen Ort, der Thang Long genannt wurde, was "aufsteigender Drache" bedeutet, denn ein solches glücksbringendes Omen soll der König selbst dort beobachtet haben. Später wurde in dieser Biegung des Roten Flusses eine Zitadelle errichtet, die neben militärischen Einrichtungen auch einen Palast für den König aufwies. Dieser war schon rechteckig, an einer ungefähren Nord-Süd-Achse ausgerichtet, von einer Mauer umgeben und von Toren kontrolliert. Über die Jahrhunderte wurde die Zitadelle immer wieder umgebaut, doch die Grundanlage blieb erhalten. Bis die Franzosen kamen. Die neuen Kolonialherren rissen die meisten, recht heruntergekommenen Gebäude ab und planten hier Ende des 19. Jahrhunderts ihre Militärverwaltung. Große Verwaltungsgebäude im Kolonialstil entstanden, wie fast immer gelb gestrichen. Ganz fertig wurde die Militärstadt nicht, dafür blieben die Franzosen nicht lange genug. Doch die vietnamesische Revolutionsregierung unter Ho Chi Minh nahm mit der Macht auch die Gebäude der Franzosen in Besitz. Da Mitte des 20. Jahrhunderts eine Mauer zur Verteidigung nicht mehr ausreichte, bauten sie zum Beispiel einen Tiefbunker, in dem die Regierung tagen konnte, auch wenn sie unter Beschuss lag.
Bis etwa 2010 nutzte die vietnamesische Regierung das Gelände der königlichen Zitadelle, so dass es für Besucher nicht zugänglich war. Dann räumte sie es und beantragte seine Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO. Seitdem wird hier fleißig gegraben, um frühere Strukturen wieder freizulegen, und restauriert. Der gemauerte Flaggenturm markiert die südliche Begrenzung, zwei Tore aus der Zeit der Monarchie sind noch gut erhalten und zahlreiche Gebäude aus der Franzosenzeit. Die Kombination aus der königlichen Drachentreppe, die zum Palast hinaufführte, und dem französischen Sitz der Militärverwaltung regt jedenfalls zum Nachdenken darüber an, warum sich die Macht immer dieselben Orte sucht. Eine neue Sehenswürdigkeit in Hanoi, die einen ausführlichen Besuch lohnt.


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