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ITB BuchAward 2017

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ITB BuchAwards
12.06.2015 16:30

Ein Dorf aus der Vergangenheit


Das Dorf Phuoc Tich liegt 40 Kilometer nördlich von Hue in einer Schleife des Flusses O Lau. Es gehörte einst zum Land der Cham, doch nachdem eine vietnamesiche Prinzessin in den Cham-Adel eingeheiratet hatte, siedelten sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auch Vietnamesen hier an. Sie führten die Keramikherstellung ein und produzierten vor allem nichtglasierte Gefäße zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten, da die Materialdichte sehr hoch war. Bis etwa 1980 dauerte die Produktion, dann löste billiges Plastik die Keramik ab. Inzwischen stellen zwei Künstler moderne Vasen her und verkaufen sie in Hue.
Später wurden viele Männer aus Phuoc Tich als Kämpfer ausgebildet und stiegen in den Rängen der vietnamesischen Armee auf. Wenn sie im Kampf fielen, wurden sie gottähnlich verehrt, und man errichtete ihnen Tempel. Und so sind im Dorf heute alte Wohnhäuser, moderne Vasen und unzählige Familientempel zu sehen. In einigen Tempeln wird auch der Erdgott um Hilfe angefleht, wie es in bäuerlichen Gegenden üblich ist.
Die Wohnhäuser stehen in großen Gärten, in denen alte Obstbäume Schatten spenden. Ruhe liegt über dem Dorf, denn viele Bewohner arbeiten außerhalb, und die Alten haben sich angesichts der Hitze in ihre verschlossenen Häuser zurückgezogen. Einsam und oft dem Verfall hingegeben ruhen die Tempel im nur von sirrenden Zikaden belebten Wald.


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