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24.06.2015 15:11

Kriegsschauplatz: die Tunnel von Cu Chi


Mit dem Speedboat gelangen wir auf dem Saigon River nach Cu Chi, wo noch heute die geheimen Tunnelsysteme der Vietcong aus dem Vietnamkrieg erhalten sind. In dem urwaldähnlichen Gebiet kann man einen Eindruck von den Lebensumständen der vietnamesischen Soldaten und ihren Strategien im 20-jährigen Krieg bekommen. Die Tunnel verschafften den Soldaten einen strategisch wichtigen Vorteil, denn sie waren ein sicherer Rückzugs- und Wohnort. Hauptsächlich befinden sich die Tunnel auf drei Ebenen, die bis zu neun Metern unter die Erde gehen. Auch Vorratskammern, Küchen und Krankenstationen finden sich hier wieder. Kleine Löcher im Boden, die mit Holzplatten verschlossen und mit Laub getarnt werden, bilden die Eingänge in die Tunnelsysteme. Auch ich versuche in ein solches Loch hineinzuklettern und bekomme Angst, dass ich nicht wieder herauskomme. Doch irgendwie schaffe ich es dann doch noch. Der 30 Meter lange Tunnel, der für Besucher geöffnet ist, macht mir riesige Angst, da man nur gehockt darin kriechen kann und keine Möglichkeit hat, sich zwischendruch aufzurichten. Unvorstellbar, wie Soldaten in diesen Tunneln gelebt haben und zum Teil Tage nicht herausgekommen sind. Auch die Luft in diesen Geheimgängen ist stickig und warm. Es gibt zwar einige Ventilationsröhren an die Oberfläche, die aber für ein angenehmes Luftklima keineswegs ausreichen. Nicht nur die geheimen Tunnelgänge gibt es in Cu Chi zu sehen. Attrappen und Fallen, mit denen die Gegner verletzt oder sogar getötet wurden, sind ausgestellt. Viele Bombenkrater zeigen auf, dass dieses Gebiet ein großes Schlachtfeld im grausamen Krieg gewesen ist. Auf die Frage welche Haltung die Vietnamesen heute gegenüber den Amerikanern haben, antwortet unser Guide Quang: Der Krieg sei ein Missverständnis gewesen, sie hätten lange darüber nachgedacht, warum man Ehemänner in Vietnam sterben lässt, denn der Verlust der amerikanischen Seite sei erheblich gewesen. Das Verhältnis zu den Amerikanern sei also gut und keineswegs feindlich.
In der Schule hatte ich schon vieles vom Vietnamkrieg gehört, doch war dieser für mich immer weit weg gewesen. An dem Ort zu stehen, wo vor einigen Jahren tagein und tagaus Bomben, Handgranaten und andere schreckliche Dinge in die Luft geflogen sind und in den Tunneln zu kriechen, in denen um das Leben gezittert wurde, scheint mir sehr unwirklich. Schade ist, dass Cu Chi, mit seinem Rundweg und einer Station, an der man mit Waffen aus dem Krieg schießen kann, eher wie ein Abenteuerspielplatz wirkt.
Informationen zu den Ausflügen von Buffalo Tours nach Cu Chi: www.buffalotours.de/Vietnam-Reisen.html


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