Die europäische Metropole und ihre altrussischen Nachbarn
2., aktualisierte Auflage 2006, 392 Seiten, 15.95 Euro, farbige Klappkarten, 32 Stadtpläne und Übersichtskarten, 172 teils vierfarbige Fotos, ISBN 978-3-89794-101-4
St. Petersburg zieht immer wieder zahlreiche Besucher an. Die Stadt lädt dazu ein, ihren Legenden nachzuspüren und in ihr Kulturleben einzutauchen. Westlichen Reisenden weitgehend unbekannt sind die Naturschönheiten Kareliens oder die alten Städte Novgorod, Pskov und Staraja Ladoga.Dieser Reiseführer stellt Stadt und Umland vor; Stadtrundgänge, Hintergrundinformationen sowie viele Reisetips helfen, die nördliche Metropole und ihre altrussischen Nachbarn kennenzulernen.
»Sehr sorgfältig recherchiert; der derzeit aktuellste und ausführlichste Reiseführer«
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Der Nordwesten Russlands ist mit Ausnahme seiner glanzvollen Metropole St. Petersburg bislang für die meisten westeuropäischen Touristen noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Dabei war diese Region Schauplatz wichtiger Ereignisse der russischen Geschichte und steht für Kontakt und Auseinandersetzung Russlands mit seinen europäischen Nachbarn. Hier entstanden die ältesten russischen Städte, gibt es zahlreiche historische Bauten, Kirchen und Klöster. Eine Besonderheit dieser Gegend ist die Vielfalt der kulturellen Einflüsse, die sich noch heute in den Ortsnamen und Baustilen bemerkbar macht und daran erinnert, dass hier Russen, Schweden, Finnen, Karelen, Litauer, Polen und Deutsche lebten. Die zahlreichen mittelalterlichen Festungen zeugen davon, dass die Zeiten friedlichen Zusammenlebens immer wieder durch kriegerische Auseinandersetzungen unterbrochen wurden.
Auch St. Petersburg war zu Beginn eine Festung, bevor es zum neuen Zentrum ganz am Rande des Russischen Imperiums wurde. In der jungen Hauptstadt waren italienische, holländische und deutsche Architekten tätig, so dass das Aussehen der Stadt dem Westeuropäer vertraut erscheint. Mit Deutschland war Petersburg im Verlauf seiner Geschichte auf vielfache Weise verbunden, und diese Kulturbeziehungen haben bis heute Spuren hinterlassen, die es zu entdecken gilt. Westeuropäer kamen hierher als Kaufleute, Ärzte, Diplomaten – oder auch als Zarinnen! Natürlich lässt sich allein St. Petersburg immer wieder aufs Neue entdecken. Besonders reizvoll ist es aber auch, dieses ›Fenster zum Westen‹ in seiner altrussischen Umgebung kennenzulernen.
Die letzten beiden Jahrzehnte brachten Russland insgesamt dramatische Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Altes und Neues existieren nebeneinander – wie zum Beispiel in der russischen Nationalhymne, deren Text zu der altbekannten sowjetischen Melodie neu verfasst wurde. Die Einführung der Marktwirtschaft hat Russland viel soziale Ungerechtigkeit gebracht, das Leben jedoch auch in mancherlei Hinsicht erleichtert. Für westliche Touristen ist das Reisen in Russland bequemer geworden. Individualreisende sind auf dem Land zwar noch die Ausnahme, mit gewissen Sprachkenntnissen und Vorbereitungen ist aber auch hier das Reisen auf eigene Faust inzwischen möglich. Außerdem gibt es in den größeren Städten mittlerweile eine touristische Infrastruktur, die es auch dem Sprachunkundigen ermöglicht, sich zurechtzufinden. Freilich sollte man sich in diesem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten immer auf Überraschungen einstellen.
2003 war für den russischen Nordwesten ein besonderes Jahr: St. Petersburg feierte sein 300-jähriges Jubiläum, Pskov blickt sogar auf genau 1100 Jahre Stadtgeschichte zurück. Dies war Anlass, in der gesamten Region viele historische Bauten zu restaurieren – ein weiterer Grund, sie zu besuchen. Der Reiseführer möchte dazu beitragen, in den vorgestellten Orten den Reiz des Fremden und gleichzeitig das Vertraute im Fremden zu entdecken. Er ist sowohl für Individualreisende als auch für Gruppen gedacht.
Wir möchten uns bei allen Freunden und Bekannten bedanken, die zu der Entstehung dieses Buches beigetragen haben, ganz besonders bei Uta Protzmann, Viola Theunissen, Ingeborg Kalischer, Karsten Brüggemann sowie bei Ingrid und Berthold Soldat.
Vorwort 11 Hinweise zur Benutzung 13 Zeichenlegende 14
Geschichte im Überblick 15
Essen und Trinken 21
Kleiner Sprachführer 24
St. Petersburg – drei Gesichter einer Stadt 40
St. Petersburg von der Gründung bis zur Gegenwart 43
Das Petrinische Petersburg
Die ›verfluchte‹ Stadt 45
Von Anna Ivanovna bis zu Alexander III. 46
Die Epoche Katharinas der Großen 46
Paul I., ein mysteriöser russischer Hamlet 47
Alexander I., der Sieger über Napoleon 48
Dekabristenaufstand und Nikolaus I. 49
Das kapitalistische Petersburg – die Zeit von Reformen und Terror 50
Alexander III. – die Zeit der Reaktion 52
St. Petersburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts 52
Der 1. Weltkrieg und die Revolution von 1917 53
Das sozialistische Leningrad 55
Die Blockade 56
Das Leningrad der Nachkriegszeit – die sowjetische Provinz 57
Die letzte Umbenennung – Hoffnungen und Enttäuschungen 58
St. Petersburg im 21. Jahrhundert 60
Vom Palastplatz zur Christi-Auferstehungs-Kathedrale 62
Palastplatz 62
Palastufer 66
Das Marsfeld 67
Sommergarten 68
Michajlovskij-Garten und Christi-Auferstehungs-Kathedrale 69
Rund um die Isaaks-Kathedrale 71
Novaja Gollandija 77
Rund um den Sennaja-Platz: Verbrechen und Strafe 85
Der Nevskij-Prospekt 90
Die Petrograder Seite 101
Auf dem Kamenoostrovskij-Prospekt 105
Die Inseln 105
Die Vasil'evskij-Insel 107
Die Strelka 107
Die Uferstraße: Handel, Wissenschaft und Künste 109
Rund um den Bol'soj-prospekt 111
Der Smolenskoe-Friedhof 112
Das Hafenviertel 113
Vom Litejnyj-Prospekt zum Kuznecnyj-Markt 115
Rund um den Litejnyj-Prospekt 115
Um den Vladimirskij-Prospekt 119
Das Smol'ninskij-Viertel 121
Rund um den Tavriceskij-Garten 121
Das Smol'nyj-Kloster 124
Museen für Malerei und Architektur 128
Staatliche Eremitage 128
Mensikovskij-Palast 134
Staatliches Russisches Museum 134
Museum für nonkonforme Kunst 140
Sigmund-Freud-Traum-Museum 140
"Borej"-Galerie 141
Jusupovskij-Palast 141
Elaginskij-Palast 142
Akademie der Künste 142
Museum für Angewandte
Kunst bei der Kunstgewerbe-Akademie 143
Kirchenmuseen 144
Isaakievskij-Kathedrale 144
Museum für Religionsgeschichte 146
Museen für Literatur, Theater und Musik 147
Puschkin-Museum 147
Puschkin-Haus 148
Nikolaj-Nekrasov-Museum 148
Fedor-Dostoevskij-Museum 149
Anna-Achmatova-Museum im Fontannyj-Haus 150
Aleksandr-Blok-Museum 150
Vladimir-Nabokov-Museum 151
Michail-Zoscenko-Museum 151
Staatliches Museum für Theater und Musik 151
Geschichtsmuseen 154
Staatliches Museum für die Geschichte St. Petersburgs ›Peter-Pauls-Festung‹ 154
Palast Peters I. 157
Häuschen Peters I. 157
Staatliches Museum für Verteidigung und Blockade Leningrads 157
Das ›Kreuze‹-Museum in der U-Haft IZ-45/1 158
Museum für die Geschichte der politischen Polizei in Russland im 19. und 20. Jahrhundert 159
Russisches Völkerkundemuseum 169
Staatliches Museum für die politische Geschichte Russlands 160
Panzerkreuzer ›Aurora‹ 160
Lenin-Gedenkstätten 161
Kirov-Museum 162
Wissenschafts- und Technikmuseen 163
Kunstkammer – Peter-der-Große-Museum für Anthropologie und Völkerkunde 163
Zentrales Eisenbahn-Museum 164
Lomonosov-Museum 169
Museum der Arktis und Antarktis 169
Botanisches Komarov-Museum und der Botanische Garten der russischen Akademie der Wissenschaften 170
Dmitrij-Mendeleev-Archiv und -museum 170
Ivan-Pavlov-Museum 170
Museum für Gerichtsmedizin 171
Zoologisches Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften 171
St. Petersburger Zoo 172
Museum der Hygiene 172
Militärmuseen 173
Zentrales Marinemuseum 173
Militärhistorisches Museum für Artillerie, Pionier- und Nachrichtentruppen 173
Staatliches Suvorov-Museum 174
Friedhofsmuseen 175
Staatliches Museum für Stadtskulpturen 175
Nekropolis ›Literatenstege‹ 176
Feiertage und Festivals 180
Gesetzliche Feiertage 180
Festivals 181
Kulturprogramm in St. Petersburg 184
Theater 184
Oper und Ballett 188
Klassische Musik 189
Pop, Rock und Unterhaltung 191
Kinos 192
Clubs – von Jazz bis Techno 193
Tipps für Schwule und Lesben 202
Essen und Trinken 205
Russische Küche 205
Europäische Küche 212
Kaukasische Küche 212
Fernöstliche Küche 213
Mittelasiatische Küche 214
Ukrainische Küche 214
Indische Küche 214
Hotels in St. Petersburg 215
Hotels über 250 Euro 215
Hotels 100 bis 250 Euro 217
Hotels und Pensionen unter 100 Euro 220
Motels und Campingplätze 225
Ferienwohnungen und Privatunterkünfte 225
Die Banja (russische Sauna) 227
Schlittschuhlaufen 229
Einkaufen in St. Petersburg 230
Lebensmittel 230
Märkte und Flohmärkte 231
Große Kaufhäuser 233
Antiquitäten und Kunstgegenstände 234
Buchläden 236
Musik und Videos 238
Peterhof 242
Strel'na 253
Puschkin (Carskoe Selo) 255
Der Katharinenpalast 256
Der Katharinenpark 260
Aleksandrovskij-Park 261
Die Stadt Puschkin 262
Pavlovsk 264
Der Große Palast 265
Der Park 267
Gatcina 270
Lomonosov (Oranienbaum) 272
Großer Palast und Park 272
Der Chinesische Palast 275
Der Katal'naja-Berg 278
Karelien und die Karelische Landenge 282
Zur Geschichte 282
Sestroreck 284
Solnecnoe 286
Repino 286
Komarovo 287
Vyborg 288
Die Stadt 290
Park Mon Repos 292
Kronstadt 293
Ivangorod 297
Zur Geschichte 297
Die Festung 297
Parusinka 298
Der Ladoga-See 300
Staraja Ladoga 300
Slissel'burg 303
Valaam 305
Zur Geschichte 305
Das Kloster und die Einsiedeleien 307
Kizi 310
Zur Geschichte 310
Kizi-Pogost (Dorfkirchhof) 310
Das Museumsdorf 312
Novgorod 315
Zur Geschichte 315
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick 317
Der Kreml 318
Die Sofijskaja-Seite 324
Jaroslav-Hof und Alter Markt 327
Die Handelsseite 328
Kloster des heiligen Georg und Umgebung 337
Pskov 342
Zur Geschichte 342
Kreml und Dovmont-Stadt 344
Die Mittlere Stadt und die Randstadt 347
Die Randstadt und das Westufer der Velikaja 352
Zapskov'e – das Nordufer der Pskova 355
Pecory 360
Zur Geschichte 360
Maria-Himmelfahrts-Kloster 361
Puschkinogor'e 364
Literatur 397
Über die Autoren 399
Kartenregister 400
Ortsregister 401
Sach- und Personenregister 405
Elena Nowak, Anja Otto und Vadim Sergeev
Der Diplomarchitekt Vadim Sergeev, geboren in Leningrad, war mehrere Jahre für die Soros-Stiftung im Kulturbereich tätig. Heute arbeitet er in St. Petersburg als Architekt.
Elena Nowak, Dolmetscherin und Übersetzerin, wurde ebenfalls in Leningrad geboren. Sie studierte Russistik und Hispanistik in Petersburg, Berlin und Barcelona.
Anja Otto studierte in Hamburg und Leningrad. Die promovierte Slavistin leitete mehrere Reisen nach St. Petersburg, in das es sie immer wieder zurückzieht.