Elsass und Lothringen

Rezept des Monats – Kougelhopf
Zwei Kougelhopf aus dem Elsass, mit Mandeln dekoriert.
Der Kougelhopf ist den Elsässern heilig (© Hadrian/shutterstock.com)

Zu den Ikonen des Elsass gehört der Gugelhupf, wie ihn die Deutschen nennen. Elsässer sprechen lieber vom Kougelhopf oder Kouglof, Lothringer vom Fùrmekùùche. Wie auch immer: Im Osten Frankreichs begegnen Reisende dem luftigen Napfkuchen mit seiner Krone aus Mandeln auf Schritt und Tritt, gilt er doch als beliebtes Mitbringsel, als süßes und auch länger haltbares Souvenir. Noch länger halten die passenden Formen aus glasierter Keramik, die zu den Bestsellern im Keramikdorf Soufflenheim gehören.

Früher galt der Kougelhopf als Festspeise, kam er zu Weihachten ebenso auf den Tisch wie bei Hochzeiten, Taufen, Dorffesten und Beerdigungen. Schließlich passte er zum Gewürztraminer ebenso wie zum Kaffee oder heißer Schokolade. Heute steht er in jedem besseren Hotel, aber auch in vielen Pensionen und Privatunterkünften als eine Art touristischer Markenbotschafter auf fast jedem Frühstücksbuffet, zumindest im Elsass. Nicht immer klassisch mit in Rum oder Kirsch getränkten Rosinen und Mandeln, sondern längst auch mit Speck oder Walnüssen gefüllt oder sogar mit Nutella überzogen.

Noch immer geben sein Name und seine Geschichte viele Rätsel auf. Auch seine Form, die sie einer Kuchenform mit einem kegelförmigen Loch in der Mitte verdankt – kein Wunder, dass sich im Elsass viele Legenden um den Kougelhopf ranken. Eine erzählt von den Heiligen Drei Königen, die einem Töpfer names Kugel in Ribeauvillé eine besondere Backform geschenkt hätten. Diese sollte an ihre Kopfbedeckungen, einen orientalischen Turban mit schräg von oben nach unten verlaufenden Rillen, erinnern. Eine andere kündet von einem Straßburger Konditor, dem man nach einem Kreuzzug ins Heilige Land einen an der Weihnachtskrippe in Bethlehem liegen gebliebenen Turban aus Golddraht, besetzt mit mandelförmigen Diamanten, geschenkt habe. Den soll er angeblich zum Formen seines Kuchens benutzt haben.

Natürlich sind solche Geschichten alle erfunden. Aber sie zeigen, welch großen kulturellen Wert man dem Kougelhopf bis heute beimisst. Sicher zumindest ist jedenfalls, dass es ihn schon lange gibt, wie alte Backformen vermuten lassen. Die müssen übrigens nicht zwangsläufig aus Keramik sein, auch Kupfer, Metall oder emailliertes Blech sind möglich.

Zutaten

  • 250 g weiche Butter
  • 320 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 5 Eier
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 100 ml Milch
  • Für die Vorbereitung der Guglhupfform braucht man ein bisschen weiche Butter und zwei Esslöffel Mehl.

Zubereitung

Zur Vorbereitung streicht man die Kuchenform (Durchmesser 22 cm) mit weicher Butter aus und bestreut sie mit Mehl. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Dann schlägt man Butter, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel schaumig, in die danach die Eier eingerührt werden. In diese Masse wird das Mehl samt Milch mit dem Backpulver vermischt.

Den Teig füllt man schließlich in die Form und lässt ihn eine Stunde im Ofen backen. Den fertigen und ausgekühlten Guglhupf bestreut man schließlich mit Puderzucker.

Nach klassischem elsässischen Rezept kann man in den Teig auch in Rum oder Kirsch eingelegte Rosinen geben und ihn mit Mandeln krönen.

Elsass Lothringen 2026 Cover

Dieses Rezept stammt aus dem Trescher-Reiseführer ELSASS UND LOTHRINGEN von Günter Schenk.

ELSASS UND LOTHRINGEN

Strasbourg, Colmar, Nancy, Metz und ein Ausflug nach Basel
Mit Vogesen, Elsässer Weinstraße, Rheinebene, Mosel und Maas

 

1. Auflage 2026
460 Seiten
ISBN 978-3-89794-821-1

19,95 €

 

Im Trescher Verlag sind weitere Reiseführer zu Zielen in FRANKREICH erschienen.