3000 Jahre Kultur zwischen West und Ost
4. Auflage 2008, 432 Seiten, 19.95 Euro, durchgehend farbig,
20 Übersichtkarten, 17 Lagepläne von Klöstern, 200 Farbfotos,
ISBN 978-3-89794-126-7
Armenien ist eines der ältesten christlichen Länder der Erde und bietet atemberaubende Gebirgslandschaften und jahrtausendealte Baudenkmäler von unschätzbarem Wert.Der Reiseführer stellt neben der Hauptstadt Jerevan und dem berühmten Ararattal auch die Provinzen im Landesinneren, den grünen Norden sowie den unwegsamen wilden Süden vor. Das armenische ›Stonehenge‹ bei Goris wird ebenso beschrieben wie der Sevansee und die zahlreichen romantischen Klöster wie zum Beispiel Edschmiatsin, Chor Virap oder Geghard.
Ausführliche Informationen über Geschichte und Baukunst stehen neben Kapiteln über armenische Sitten und Gebräuche sowie über die Landschaft und ihre Bewohner.
»Exzellente Einführung in das Land. Dringend zur Anschaffung zu empfehlen«
destinatio
Armenien – ein unbekanntes Land jenseits der schneebedeckten kaukasischen Riesen, zerklüftet, steinig und uralt. Ein Hochgebirgsland, das seinen Bewohnern nur wenig Platz läßt, seinen fruchtbaren, doch trockenen vulkanischen Boden zu bebauen. Ein Land, das genau an der geographischen, politischen und wohl auch kulturellen Grenze zwischen Europa und Asien, zwischen Christentum und Islam liegt. Die faszinierende Kultur des armenischen Volkes, präsentiert sich schon seit Jahrtausenden als eine zwar orientalisch beeinflußte, aber tief christliche. Armenien war der erste christliche Staat der Welt, und die Fußstapfen der from- men Mönche führen vom Ararattal bis in undurchdringliche Wälder und über steile Felswände in versteckte Orte, die in ihrem Dornröschenschlaf nur darauf warten, entdeckt und bestaunt zu werden. Winzige steinerne Kirchen, spektakulär über Schluchten drohende Klosterburgen, steinerne Kreuze in den grünen Ebenen sind die Zeugen einer christlichen Tradition, die ihresgleichen sucht.
Doch bei der Reise durch Armenien sieht man auch seine andere Seite, die weniger bekannt, weniger abendländisch anmutet. Schafherden, auf mühsam bewässerten Feldern hart arbeitende Bauern, Kühe und Schweine auf Dorf- und Stadtstraßen, dunkel gekleidete, bärtige Männer und alte Frauen in langen schwarzen Kitteln und bisweilen sogar mit vor das Gesicht gezogenen Tüchern. Sonnenverbrannte Erde und rotleuchtende Früchte in den Obsthainen. Laute Musik auf staubigen Straßen und der bunte Trubel von Marktszenen. Armenien ist auch Orient. Ein Teil der Seidenstraße verlief quer durch Armenien und an ihren Rändern wurden große Karawansereien errichtet.
Für so manchen ist das Land auch Inbegriff einer tragischen Geschichte, eines gepeinigten, doch widerstandsfähigen Volkes, das seine Geschichte in unbeschreiblich schönen illuminierten Handschriften aufgeschrieben hat, deren Leuchtkraft heute noch jegliches moderne Kunstwerk erblassen läßt.
Die Armenier sind ein überaus gastfreundliches, herzliches Volk. Das, was sie vielleicht nicht in ihren Taschen haben – denn die Armut ist groß –, haben sie übervoll in ihren Herzen. Es lohnt sich, Armenien zu entdecken. Es ist ein unbekanntes Land, das sicherlich für den Reisenden einige Schwierigkeiten bieten mag, die Straßen sind oft schlecht, das Wetter ist heiß, die Gebirge sind zu hoch und einige Hotels, na ja. Andererseits überrascht den Reisen ein rasch wachsendes, modernes Jerevaner Zentrum und eine Vielzahl von westlichen Geschäften. Doch wie gut – der westliche Tatendrang hat sich noch der orientalischen Gelassenheit untergeordnet. Armenien ist ein Land, in dem man neben einer wunderbar kontrastreichen Natur auch die Gelegenheit hat, den frühen christlichen Geist zu schnuppern, und in dem man der Zeit eine andere Bedeutung als in Mitteleuropa beimißt: Zeit ist da, um sie anderen Menschen zu schenken. Und dann kann es sein, daß Armenien einen nicht mehr losläßt, und jede Erinnerung an die Reise einem ein kleines Lächeln auf die Lippen zaubert.
Vorwort 11
Hinweise zur Benutzung 12
Das Wichtigste in Kürze 13
Gebirge 16
Gewässer 17
Der Sevansee 19
Vegetation 19
Tierwelt 20
Bodenschätze 21
Die Provinzen 22
Ararat – der mythische Berg 24
Demographische Probleme 28
Die Familie 30
Gastfreundschaft 33
Die armenische Küche 34
Die frühe Besiedlung
des armenischen Hochlandes 42
Das urartäische Erbe
Armeniens 46
Die armenischen Reiche 49
Armenien in der Neuzeit 52
Wahlen und Parteien 59
Der Weg zur Demokratie 59
Die nationalen Symbole 60
Der umstrittene Paradiesgarten –
Karabach 61
Wandel und Stillstand 65
Tourismus 65
Alltagsprobleme 66
Wirtschaft 68
Armenien im Überblick 69
Bildungswesen 70
Die Kirchenfeste 75
Die Messe 75
Matagh, das Tieropfer 76
1500 Jahre geschriebene Kultur 78
Armenische Musik 82
Die armenische Malerei 84
Architektur und Skulpturkunst 86
Ein Kreuz im Stein –
Chatsch'khare 90
Kirchenkunst-Glossar 92
Die armenische Sprache 94
Geschichte 100
Das Stadtbild Jerevans 101
Rund um den Republiksplatz 103
Rund um die Oper 105
Entlang der Grigor-
Lusavoritsch'-Straße 107
Entlang des Hrazdan 109
Im grünen Hufeisen Jerevans 111
Marschall-Baghramjan-Boulevard 115
Der Siegespark 117
Tsitsernakaberd 117
Erebuni – die Grundmauern
Jerevans 118
Karmir Blur 123
Schengavith 124
Die Kirchen von Jerevan 125
Die Museen Jerevans 128
Die Außenbezirke Jerevans 142
Vagharschapat/Edschmiatsin 156
Zvarthnots' 166
Aragats 167
Armavir und Umgebung 169
Metsamor 170
Sardarapat 172
Aschtarak 174
Entlang des Khasach 178
Mughni 178
Karbi 179
Wehrkloster Surb Sargis 180
Hovhanavankh 181
Saghmosavankh 184
Artaschavan 187
Astvatsenkal-Vankh 188
Am Ufer des kleinen Sees 189
Jeghipatrusch 190
Aparan 191
Die fremden kurdischen Dörfer 194
Oschakan 196
Aghts'kh 197
Bjurakan 198
Amberd 199
Tegher 201
Kosch 203
Schamiram 205
Arutsch 206
Irind 208
Thalin 208
Daschtadem 210
Mastara 212
Ptghni und und Arzni 213
Argel (Lusakert) 215
Bdschni 216
Hrazdan 219
Makharavankh 219
Tsaghkadzor 220
Kloster Ketsch'aris 221
Jeghvard 225
Buzhakan 227
Kaputan 228
Der Sonnentempel 229
Die Festung 232
Geschichte des Klosters 233
Die Felsenkirchen 237
Havuts'thar 240
Pemzaschen 244
Arthik 247
Haritschavankh 247
Gjumri 251
Marmaschen 258
Dschraphi 260
Anipemza 262
Vanadzor 265
Die Klösterstraße 269
Kurthan 269
Khobajr 271
Odzun 273
Sanahin 276
Haghbat 282
Achthala 288
Das Erdbebengebiet 292
Spitak 292
Dilidschan 294
Haghartsin 297
Gosch 302
Idschevan 306
Makharavankh 307
Atscharkut 310
Voskepar 312
Tsch'intsch'in 313
Varagavan 314
Der Norden von Tavusch 316
Sevankloster 319
Semjonovka 322
Ltschaschen 323
Hajravankh 324
Noratus 325
Gavar 327
K'anaker 328
Dzoragjugh 328
Nerkhin Getaschen 329
Makhenis 330
Dvin 334
Artaschat 336
Chor Virap 338
Der Chosrov-Nationalpark 341
Areni 344
Noravankh 345
Gladzor/Vernaschen 349
Schatin 353
Jeghegis 353
Gndevankh 356
Dschermuk 358
Karawanserei Selim 362
Angeghakoth 364
Schakhi und Sisian 366
Thanahat 368
Die Steine von Zorakhar 369
Aghitu 370
Vorotnavankh 372
Goris 374
Chndzoresk 376
Choth, Schinuhajr und Halidzor 377
Tathev 378
Jerits'avankh 384
Kapan 385
Vahanavankh 387
In den Walnußhainen
von Garni (Kotajkh) 391
Havuts' Thar (Kotajkh) 393
Die Schlucht des Khasach
(Aragatsotn) 394
Von Artaschavan nach
Saghmosavankh
(Aragatsotn) 394
Spitakavor Astvatsatsin
(Vajots' Dzor) 395
In den Schluchten des Arpha
(Vajots' Dzor) 397
Chndzoresk (Sjunikh) 399
Schinuhajr (Sjunikh) 400
Rezepte 41
Die Diaspora-Armenier 56
Grigor der Erleuchter 74
Die Jerevaner Kognakfabrik 110
Davith von Sasun 114
Der alte Kranich 120
Musaler 165
Hovhannes Thumanjan 272
Sevan – die blaue Perle 318
Lavasch, das Brot der Erde 360
Die Seidenstraße in Armenien 389
Jasmine Dum-Tragut wurde 1965 in Voitsberg, einer Kleinstadt im Südwesten des österreichischen Bundeslandes Steiermark, geboren. Nach dem Abitur studierte sie an der Universität Graz Sprachwissenschaft und Russistik, von 1988 bis Ende 1989 an der Universität Jerevan Armenologie. Ab diesem Zeitpunkt spezialisierte sie ihre Forschungstätigkeit auf die armenische Sprache und eignete sich im Laufe der Zeit ein weitreichendes Wissen über armenische Geschichte, Literatur und Kultur an.
Nach ihrer Promotion an der Universität Graz war sie dort mehrere Jahre als Assistentin am sprachwissenschaftlichen Institut tätig. Im Jahre 1998 übersiedelte sie nach Salzburg, wo sie seither an einem Forschungsprojekt zur armenischen Grammatik und an der Übersetzung armenischer veterinärmedizinischer Manuskripte arbeitet.
Sie bereist Armenien regelmäßig, nicht nur in wissenschaftlichem, auch häufig in kulturellem oder politischem Auftrag. Sie lebt heute in Bergheim bei Salzburg, lehrt an den Universitäten in Salzburg und Wien und vertritt die Interessen und die Kultur Armeniens als ehrenamtlicher Kulturattaché der armenischen Botschaft in Österreich.
Armenien ist erstaunlich vielfältig im Internet repräsentiert, was sicher auch auf die äußerst aktiven Diaspora-Armenier in den Vereinigten Staaten und in Europa zurückgeht. Neben einer Mehrzahl englischsprachiger Seiten vor allem von verschiedenen armenischen Organisationen in der Diaspora und einigen armenischen Agenturen, ist gute Information durchaus auch auf deutschsprachigen Seiten zu lesen. Eine kleine Auswahl sei nachfolgend genannt:
www.arminfo.info
Wichtigste armenische Nachrichtenagentur. Eine der umfassendsten englischsprachigen Internetseiten zu Armenien überhaupt.
www.armeniapedia.org
Das armenische Pendant zu wikipedia. In englischer Sprache wird hier viel an verschiedenster Information über Armenien geboten.
www.cilicia.com
Vielfältige Informationen über Land und Leute, aber auch Möglichkeiten zum Chatten. In englischer Sprache.
www.armeniandiaspora.com
Informiert in englischer Sprache über alle Neuigkeiten und Nachrichten aus der weltweiten armenischen Diaspora.
www.noyan-tapan.am
Bietet jeden Tag Nachrichten aus Armenien in englischer, armenischer und russischer Sprache.
www.armenien.am
In erster Linie ein Diskussionsforum für deutschsprechende Armenier, aber auch für alle, die an Armenien interessiert sind.
http://www.auswaertiges-amt.de
www.auswaertiges-amt.de
Regelmäßig aktualisierte Basisinformationen über politische und wirtschaftliche Entwicklung sowie die Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und den jeweiligen Ländern. Sicherheitshinweise und Gesundheitstips sowie Kontakt zu den jeweiligen Deutschen Botschaften und Konsulaten.
www.armeniaemb.org
Seite der Armenischen Borschaft in Washington, mit vielen Informationen zu Geschichte und Kultur.
www.armenian-genocide.org
Eine wenig emotionelle doch umso gehaltvollere Darstellung des Völkermordes an den Armeniern.
www.genocide.am
Beschäftigt sich außer mit dem Genozid auch mit dem Konflikt um Berg Karabach.
www.haias.net/armenien
Viele bunt gemischte Informationen über Land und Leute, Kunst und Kultur, Kochrezepte, Witze (leider nur auf Armenisch), gute Linksammlung.
www.dag-online.de
Seiten der Deutsch-Armenischen Gesellschaft mit Publikationen zu Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.
www.armenien.de
Knappe Informationen über die armenische Minderheit in Deutschland sowie über die armenische Kirche, leider keine Links.